Äh... was kommt da noch mal rein?

Gegessen habe ich wohl schon als Kleinkind sehr gerne und immer reichlich von allem. 

Doch trotzdem fing alles mit einem großen, selbstgefundenen Steinpilz an. Ich war fünf Jahre alt und mit meiner Familie und Freunden im Altmühltal wandern. Den Pilz durfte ich natürlich mit nach Hause nehmen und bereits auf der Autofahrt zurück war für mich die Sache klar – ich wollte aus dem Pilz eine Cremesuppe kochen. 

Ich liebte Cremesuppen schon immer und liebe sie immer noch.

 

An diesen ersten Kochabend, mit meiner Mutter in unserer Küche, erinnere ich mich bis heute sehr deutlich. Natürlich assistierte mir Mama, doch ich hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die Suppe schmecken sollte und wie cremig sie sein musste. 

Es ergab sich nur ein kleiner Topf Suppe - auch wenn der Steinpilz wirklich sehr groß war -doch ihren Geschmack vermag ich heute noch zu rekonstruieren. 

 

Lustigerweise schmeckt meinen beiden Kindern Steinpilzcremesuppe besonders gut und das, obwohl meine Tochter sonst eher keine Pilze leiden mag. Sie ist nun ein fester Bestandteil unserer Vorspeisen am Heiligen Abend. 

 

Meine Leidenschaft nahm Fahrt auf und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wollte ich entweder essen gehen oder Essen selbst zubereiten. Man sagte mir nach, ich wäre nirgendwo mit hingegangen, wenn nicht auch das Einkehren in ein Gasthaus geplant war. Nun, mag sein. Doch das ist ja auch das Schönste bei Ausflügen, oder?

 

Mit neun Jahren kochte ich dann schon ganz passabel und versuchte mich mit größter Ausdauer an Rezepten von Köchen wie Johann Lafer, dessen TV Kochauftritte ich stets verfolgte. 

Und so wuchsen die Herausforderungen und das Interesse – bis hin zu Johanna Maier und Alain Ducasse. 

 

Mein kulinarisches Interesse wurde von meinem fränkischen Großvater geteilt. Er war der Koch der Familie und von ihm lernte ich soviel über Fleisch und dessen Zubereitung. Über Soßen, Sülzen und Suppen. Dass Gänse, die Fallobst essen, besser schmecken und ein paar „blaue Zipfel“ ein Hochgenuss sein können. Dass das Fett auf der Tellersülze nicht runter gekratzt, sondern aufs Brot geschmiert wird und wie gut ein Gänseschmalzbrot mit Salz schmecken kann. Ebenso, als hätte man nochmal einen Braten vor sich.

Die ganze Bandbreite der fränkischen Küchenkunst brachte er mir bei, einfach durch Erzählen und Zusehen und dem gemeinsamen Essen am Sonntag. 

 

Und dann war da noch die andere Seite, die Küche meines Vaters. Die unglaubliche Vielfalt der sri-lankischen Inselküche. Mit ihren unzähligen Gewürzen, Obst- und Gemüsesorten. Mit Kräutern so bitter wie die schlimmste Medizin und Mangos, deren Geschmack einem den Verstand rauben. Wenn ich an das Haus meiner Großeltern im Herzen Sri Lankas denke, steigt mir unwillkürlich der Geruch von Curryblättern in die Nase. Wie sie in großen Mengen von meiner am Boden sitzenden Großmutter mittels eines schweren Steins zu einer Paste gewalzt wurden. Dieser Duft erfüllte den ganzen Innenhof und der Appetit auf ein Curry war nun haltlos. 

 

Seiher koche ich mich durch mein Leben und auch zum Teil für dessen Unterhalt. 
Mit Mitte 20 hielt ich dann meinen ersten Kochkurs – 10 asiatische Länderküchen- mit mäßigem Erfolg: Die Teilnehmerinnen suchten vielmehr nach schnell zubereiteten Gerichten, als kulinarisch neue Welten zu erforschen.

Doch ich blieb dabei und mit den Jahren sammelte ich immer mehr Erfahrung. Ich bekochte auch zunehmend größere Feiern und Events. Zuletzt betrieb ich mit zwei Teilhabern ein Restaurant im Herzen von Gostenhof / Nürnberg. 


Mit diesem neuen Schritt wage ich mich nun in die weite Welt hinaus und wünsche mir euch mit Rezepten und meinen Kochkursen begeistern zu können.